Elvis 1950
Elvis 1960
Elvis 1970

Blick auf Graceland

Impressum

Kontakt

Web & Design

Elvis Presley Verein eV

Rettet den CapriClub 2

Logo Wetterauer

Artikel vom 06.02.2010 - 02.00 Uhr

Keller: Stadt verzichtet auf Kauf des Capri Clubs

Friedberg (jw). Als die US-Armee im Februar 2008 nach 62 Jahren die geräumten Ray Barracks an die Bundesregierung zurückgab, machte sich in Friedberg die Hoffnung breit, die Stadt könne Teile des Geländes erwerben. Die Grünflächen der Housing Area sowie auf dem Kasernengelände die Sporthalle, die Kapelle, der alte Kindergarten, das Kino, der Offiziersclub Calabria und insbesondere der Capri Club waren im Gespräch. Letzterer Ort erinnert an den berühmtesten Friedberger GI Elvis Presley, hier könnte die Stadt dauerhaft Ausstellungen und Musikveranstaltungen rund um den »King of Rock’n’Roll« initiieren. Doch der Kreisstadt fehlt das Geld.
Capri ClubDer Capri Club hat sich in den letzten Jahren bei Events
 zu einer Pilgerstätte für Elvis-Fans entwickelt. Ob dies
auch in Zukunft möglich ist, ist derzeit ungewiss. (Foto: nic)

Wie Bürgermeister Michael Keller der WZ sagte, werde die Stadt den Capri Club nicht erwerben. »Die Haushaltslage gibt das einfach nicht her, das ist nicht machbar.« Dennoch hat die Stadt beim Eigentümer des Geländes, der Bundesimmobilienanstalt (BIMA), ein Angebot in Auftrag gegeben. »Das ist das erste offizielle Kaufinteresse an der Kaserne«, meinte Keller. Auf diese Weise soll erstmals ein Preis für den Club, aber auch für andere Kasernenflächen in Erfahrung gebracht werden. Möglich, dass seitens der Elvis-Fans ein Kauf des Capri Clubs erwogen wird.

»Wir lassen uns ein Angebot machen, weil wir wissen wollen, was die BIMA für den Capri Club und das davor liegende Gelände haben will«, sagt Keller. Die Stadt, die im nächsten Haushalt ein nicht unbedeutendes Defizit erwartet, wird den Erinnerungsort aber nicht erwerben. Keller: »Wir haben Geld für eine Anmietung, nicht aber für den Kauf und die Reparatur der Bauschäden.« Fraglich sei auch, ob der Capri Club im August beim nächsten Elvis-Festival zur Verfügung steht. Es gebe, so der Bürgermeister, Überlegungen aus den Kreisen der Elvis-Fans, den Capri Club zu erwerben. Weltweit könnten die Fans ihr Scherflein hierzu beitragen. »Die Stadt würde bei so einem Kauf treuhänderisch auftreten und das in die Wege leiten«, verspricht Keller. Aber ob es dazu kommt und aus Überlegungen ernsthafte Pläne werden, hängt von dem bislang unbekannten Preis für das Objekt ab.

Für die BIMA sei es nicht ganz einfach, einen Verkaufspreis zu ermitteln, sagt Keller. »Bei der Housing Area gibt es Preiskataster, bei der Kaserne ist das nicht so.« Deshalb ist die Kaufsumme des Capri Clubs auch für die weitere Veräußerung des Geländes als Richtmarke wichtig.

Am Mittwoch war der Kasernenverkauf Thema im Konversionsausschuss. Vertreter der BIMA nahmen an der Sitzung teil. Wie der Ausschussvorsitzende Dr. Olaf Osten (CDU) sagt, sehe es mit der Vermarktung der Housing Area im Moment recht gut aus. »Die Kaufverträge von etwa 50 Prozent der Bausubstanz werden wahrscheinlich in den nächsten Monaten über die Bühne gehen, es gibt mehrere Interessenten.« Auch die Fachhochschule sei an den Immobilien interessiert, hier werde noch über letzte Details und die Kosten verhandelt. Osten: »Wenn der Verkauf angestoßen ist, dann ist abzusehen, dass die Housing Area vermutlich noch in diesem Jahr in andere Hände übergeht.«

Anders sieht es bei der Kaserne aus. Zwar gab es mehrere Anfragen, auch von größeren Firmen. Osten: »Angesichts der allgemeinen Konjunkturlage blieb es aber bei den Anfragen«, und auch der Einstieg eines Großinvestors zeichne sich derzeit nicht ab. Dennoch wird die Kaserne in den nächsten Monaten belebt. Zwei Firmen wollen das Gelände zeitweise mieten: Die Firma Reifen Continental will auf den Betonpisten Reifen testen, eine Filmfirma will in der Kaserne Aufnahmen machen.

Agenda-Unterlagen an BIMA übergeben

Zum Bolzplatz, wo eine Kindertagesstätte entstehen soll, werden laut Keller demnächst Gespräche mit der BIMA geführt. Der Vorschlag der Agenda-Gruppe, den östlichen Kasernenbereich so lange, wie er nicht vermarktet ist, in eine urbane Wildnis zu verwandeln und als Naherholungsgebiet zu nutzen, wurde nicht im Ausschuss diskutiert. Wie Keller sagt, hat die Stadt die Unterlagen der Agende-Gruppe an die BIMA weitergereicht. »Wir werden mit der BIMA darüber reden, aber die Stadt ist nicht die Eigentümer des Geländes, das ist die BIMA.« Zudem könnte es planungsrechtliche Probleme bei der Umsetzung eines solchen Projekts geben.